Presse & Rezensionen
Demontage der Spitalsversorgung im Bezirk Liezen
Weite Wege in Nachbarbundesländer – Reduzierung der regionalen Versorgung
Presseinfo vom 18.3.2026
Die aktuelle Berichterstattung suggeriert der Bevölkerung des Bezirkes eine gesicherte Krankenhausversorgung
zu geringen Kosten. Bei genauer Betrachtung sieht man jedoch, dass in naher Zukunft der Bezirk Liezen nur
mehr über eine minimale Eigenversorgung verfügen wird und wir vom Wohlwollen anderer Bundesländer und
Regionen abhängig sind. Dazu kommen lange Anfahrtswege zu den Spitälern, was besonders im Notfall
Menschenleben kosten wird. Im Anhang finden Sie eine realistische Zusammenfassung aus unserer Sicht.
Hier die wichtigsten Schlagworte
— Reduzierung der Standorte Schladming und Bad Aussee
— Keine Erweiterung von Rottenmann; Ausbau in 12 – 16 Jahren (vielleicht?!)
— Keine Versorgungssicherheit mit den Nachbarbundesländern (jährlich kündbare Vereinbarung mit Bad
Ischl!)
— Nur Akutfälle dürfen nach Bad Ischl und Bad Aussee; für geplante Behandlungen ist die Steiermark /
Rottenmann zuständig
— Keine wirtschaftlichen Impulse im Bezirk; Beschleunigung der Landflucht (medizinisches Personal muss
auspendeln)
— Dr. Stark / Kages: Der Bezirk braucht kein Leitspital (weder in Rottenmann noch in Stainach); hat man
uns abgeschrieben in Graz?
Grundstück in Stainach, Ortsteil Niederhofen nur für Krankenhaus nutzbar:
Eigentümer des für den Bau des Leitspitals vorgesehene Grundstück in Niederhofen (Gemeinde Stainach-
Pürgg) ist nach wie vor die Kages. Als Nutzung ist im Flächenwidmungsplan die Errichtung eines Krankenhauses
ausgewiesen. Eine Änderung der Nutzung könnte nur über einen Gemeinderatsbeschluss erfolgen. Die
Umwidmung in Bauland ist mindestens für die nächsten Jahre ausgeschlossen da ausreichend Bauland in der
Gemeinde vorhanden ist. Damit ist ein Verkauf des Grundstückes nicht lukrativ.
Zukunft / Treffen mit dem Gemeinderat von Stainach-Pürgg
In einer Besprechung des Vereins Pro Klinikum am Mittwoch, 18.3. mit Bürgermeister und Gemeinderäten von
Stainach-Pürgg wurde klar festgehalten dass sich alle Fraktionen und der designierte neue Bürgermeister
weiterhin voll für eine Wiederaufnahme von Plan A mit Leitspital Liezen / Klinikum Stainach einsetzen werden.
Schlechte Lösung für das Ausseerland
Leider waren weder das Forum Pro LKH Bad Aussee noch die Bürgermeister des Ausseerlandes für eine
Zusammenarbeit beim Thema Leitspital bereit. Ohne Rücksicht auf eine Versorgung des gesamten Bezirkes
haben sie für kleine Zugeständnisse in Bad Aussee ihr Bekenntnis zu einem modernen Leitspital im Zentrum
geopfert. Nun bleibt es bei einer Tagesklinik und Notfallversorgung in Bad Aussee – eine Versorgung, die es
auch mit Leitspital in ähnlicher Form gegeben hätte. Das wird jetzt auch noch als Erfolg verkauft – eine aus
unserer Sicht zynische Auslegung der Tatsachen. Ob die Politiker im Ausseerland damit mehrheitlich dieInteressen der Bevölkerung treffen bezweifeln wir. Bei vielen Gemeinderäten und auch in der Bevölkerung
zeichnet sich zunehmend eine Mehrheit für das Leitspital (mit entsprechender Notfallversorgung und
Tagesambulanz in Bad Aussee) ab.
Hier die Kritikpunkte im Detail:
Versorgungssicherheit
Die Vereinbarung mit Bad Ischl – soweit bekannt – ist jährlich kündbar. Das bedeutet, dass Oberösterreich die
Zusammenarbeit jederzeit beenden kann und damit die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet
ist. Zudem müssen nur Akutfälle aufgenommen werden. Für geplante Operationen ist weiterhin die Steiermark
und damit in erster Linie Rottenmann zuständig.
Privatkliniken in Schladming und eventuell auch Bad Aussee
Privatkliniken können ein bestehendes Angebot an Kassenplätzen ergänzen aber nicht ersetzen! Wenn nun in
Schladming 2 Privatkliniken entstehen (Dr. Himmelstoss – im Bau befindlich und Diakonissen in den frei
werdenden Räumen des Spitals) bedeutet das eine weitere Schwächung des Spitals für die Bevölkerung. Auch
in Bad Aussee ist man auf der Suche nach einem Betreiber für die Nachnutzung des Spitals – auch das könnte
eine Privatklinik werden. Im Leitspital Klinikum Stainach hätte man die Chance auf Betten in vergleichbarer
Qualität ohne privat zahlen zu müssen.
Kosten
Die bekanntgegebenen jährlichen Kosten von 3,8 Mio. für Bad Ischl werden in der Endabrechnung deutlich
höher sein. Die Kosten für Schwarzach sind noch nicht bekannt. Wir gehen am Ende von einem mittleren
zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr aus. Diese Wertschöpfung wurde dem Bezirk Liezen entzogen und
landet in anderen Regionen.
Bevölkerungsentwicklung / Wirtschaft
Durch den Baustopp des Klinikums Stainach fehlt der Wirtschaft im Bezirk Liezen dieser Impuls einer Investition
von rund 350 Mio. Euro. Dieses Geld wird nun – bezahlt von der Steiermark – teilweise in anderen
Bundesländern landen. Darüber hinaus fehlen im Bezirk sowohl die Arbeitsplätze als auch die qualitativ
hochwertige Gesundheitsversorgung. Ein modernes Spital wäre auch ein Argument für junge Familien, sich bei
uns anzusiedeln.
Wohin müssen wir in Zukunft ins Spital?
Rottenmann wird in Zukunft großteils für die Versorgung des gesamten Bezirkes zuständig sein – ein altes Spital
am Rande des Bezirkes, das vielleicht in den nächsten 12 bis 16 Jahren ausgebaut wird. Es gibt keine
Erweiterung der Bettenzahl und keine Erweiterung der Abteilungen.
Die 50 verbleibenden Betten in Schladming für Traumatologie und innere Medizin werden wohl aufgrund der
Größe des Spitals bald auch in Frage gestellt werden. Geburten und Allgemein-Chirurgie (z.B. eine
Blinddarmoperation) gibt es in Schladming in Zukunft nicht mehr.
Akutgeriatrie Bad Aussee
Die Akutgeriatrie in Bad Aussee mit 20 Betten ohne Spitalsumgebung ist nach Expertenmeinung eine schlechte
Lösung da gerade bei diesen Patienten oft Mehrfacherkrankungen vorliegen, die eine Spitalsbehandlung
brauchen. Viele Krankentransporte nach Rottenmann und Bad Ischl sind die Folge. Da in Bad Aussee keine
Dialysestation vorgesehen ist, können Dialysepatienten dort nicht aufgenommen werden.
Entfernungen
Scheinbar sind Entfernungen vom Wohnort zum Spital jetzt plötzlich nicht mehr wichtig? Aus Schladming fährt
man eine Stunde bzw. ca. 60 Kilometer bis Schwarzach oder Rottenmann (z.B. Geburtenstation). Der
Pötschenpass nach Bad Ischl scheint plötzlich für Bad Aussee kein Problem mehr zu sein. Der Bevölkerung des
Ausseerlandes werden die bis zu 60 km bzw. eine Stunde Fahrzeit nach Rottenmann jetzt gerade als akzeptableLösung verkauft. Der Zentralraum des Bezirkes ist sowieso der größte Verlierer und soll anstatt ein modernes
Leitspital in der Mitte ein altes Spital am Rande des Bezirkes in Rottenmann akzeptieren. Die Alternativen Bad
Aussee und Schladming sind weitgehend weggefallen.
Verlorene Investitionen
Die mutwillige parteitaktische Vorgangsweise beim Leitspital Klinikum Stainach wird dem Steuerzahler rund 25
bis 35 Mio. Euro kosten. Genaue Auskünfte werden – noch – vom Gesundheitsfonds verweigert. Wir bleiben
dran. Umgelegt auf die circa 60.000 Steuerzahler und Steuerzahlerinnen kostet das pro Person 500 Euro. Und
das für eine schlechtere Versorgung!
Aufwachen – Politische Willkür – Zukunft des Bezirkes
Was derzeit im Bezirk Liezen passiert, ist populistische, politische Willkür. Wir müssen uns alle gemeinsam
gegen diese Unverfrorenheit wehren. Jetzt eine fadenscheinige „Lösung“ durchboxen zu wollen ist fahrlässig!
Die richtige Lösung liegt schon seit Jahren auf dem Tisch. Das Leitspital Klinikum Stainach!
Die Bürgermeisterin in Bad Ischl sieht die Lage problematisch, Schwarzach noch ungewiss, aber für unsere
Politiker scheint alles eitle Wonne und kein Problem zu sein.
Also lassen wir uns nicht über den Tisch ziehen!
Das Richtige machen – Leitspital Klinikum Stainach.
Als PDF



Petition der Bürgermeister des Bezirkes Liezen
Alle 15 Bürgermeister in der Mitte des Bezirkes unterstützen Plan A Klinikum Stainach


Stellungnahme zum RSG St 2030 – Strukturplan Gesundheit
Stainach, am 5. Dezember 2025
Der Verein Pro Klinikum Stainach mit Dr. Michael Bauer ist nach eingehender Prüfung des Endberichtes des Regionalen Strukturplanes Gesundheit Steiermark 2030 (RSG St 2030) zur Erkenntnis gelangt, dass die Abweichung von Plan A (Leitspital Klinikum Stainach) zugunsten des Versuches der Durchsetzung des Plan B (Spitalsnetz) eine massive Verschlechterung der Gesundheitsversorgung im Bezirk Liezen bedeutet.
In der beiliegenden Stellungnahme werden sowohl der ursprüngliche Plan A als auch die mit dem neuen
Strukturplan geplanten Änderungen ausführlich erläutert. Wir haben im Falle einer Umsetzung der geplanten Neuordnung der intramuralen Versorgung für den Bezirk Liezen wie im RSG St 2030 beschrieben
fachwissenschaftliche, kompetenzrechtliche und gebarungsmäßige Bedenken.
Wie in den Appellen auf Seite 34 festgehalten fordern wir die mit dem RSG 2025 / Plan A begonnene Planung des Leitspitales Klinikum Stainach fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Ein Abgehen von dieser Planung mit einem Beschluss des neuen Strukturplanes wie für Dezember 2025 angekündigt würde dem
Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetz (KAKuG) und den verbindlichen Inhalten des ÖSG widersprechen. Weiters würde es die Empfehlungen des Rechnungshofberichtes Steiermärkische Krankenanstalten
Gesellschaft m.b.H. – Versorgungsplanung und -struktur vom Oktober 2025 nicht umsetzen.
Statement Dr. Kornhäusl aus dem Jahr 2024:
… daher errichten wir für die Liezener Bevölkerung das modernste Krankenhaus Österreichs. Medizinisch
steht fest, dass es dieses Leitspital braucht, damit die Bevölkerung des Bezirks auch in Zukunft die
bestmögliche Gesundheitsversorgung bekommt.
Wir ersuchen Sie deshalb nach der Lektüre der Stellungnahme um Unterstützung in der Weiterentwicklung
von Plan A Leitspital Klinikum Stainach und um Verhinderung eines anderslautenden Beschlusses.
Mit freundlichen Grüßen
Verein PRO KLINIKUM STAINACH
8950 Stainach-Pürgg
Die Stellungnahme können Sie unter dem folgenden Link als PDF-Datei herunterladen.
Gesundheitsversorgung Bezirk Liezen
28.7.2025
Gegenüberstellung Plan „A“ (Klinikum Stainach) zu Plan „B“ (Rottenmann alt und reduzierte Standorte Schladming und Bad Aussee; Auslagerung teilweise nach Bad Ischl und Schwarzach)
| Plan „A“ Klinikum Stainach | Plan „B“ 3 Standorte und Auslagerung |
Standorte
| Standort Stainach in der Mitte des Bezirkes – beste Erreichbarkeit laut Studien im Vorfeld; Modernes fertig geplantes Krankenhaus mit 268 Einheiten (2-Bett-Zimmer) mit Umsetzung in 3-4 Jahren; 25 Mio. für Planung, Grundstück, Infrastruktur bereits ausgegeben | Standort Rottenmann am Rande des Bezirkes als Hauptversorgung; teilweise 40 Jahre alt, sanierungsbedürftig, 6-Bett-Zimmer. Standort Bad Aussee kein LKH mehr (Chirurgie und Innere Medizin weg) – nur mehr Geriatrie ohne Intensivstation Standort Schladming bei Bettenanzahl halbiert; nur mehr Innere Medizin und reduzierte Orthopädie und Traumatologie, Dialyse, Intensivstation mit 3 Betten |
Notfallversorgung
| Modernes Krankenhaus für stationäre Aufnahme zentral in Stainach (beste Erreichbarkeit, Intensivstation usw.) Ambulanzen samt Notfallversorgung (24 Stunden) Primärversorgungszentren und Facharztzentren in Bad Aussee, Schladming, Rottenmann | Stationär mit Intensivstation nur in Rottenmann und Schladming (dezentral im Bezirk) möglich; Bad Aussee hat KEINE Intensivstationen; Ambulanzen und Facharztzentren sind in Ausarbeitung |
Kosten und Zeitplan
| Bereits 25 Mio. Euro investiert in Grundstück, Infrastruktur, Planung (mindestens dieser Betrag wäre verloren, wenn keine Umsetzung erfolgt); Investitionskosten von ca. 350 Mio. Euro (incl. 30 Mio. Reserve) sind vom Rechnungshof geprüft (bei Baubeginn 2025) Realisierung in 3-4 Jahren möglich – Bauverhandlung, 2 Jahre Nettobauzeit, 2 Jahr Inbetriebnahme | Bisher keine Kosten und Zeitpläne für Plan „B“ ermittelt; Detailplanung durch Kages in Arbeit; Experten schätzen bis zu 15 Jahre Bauzeit und nicht wesentlich weniger Baukosten in Summe für Plan „B“ aufgrund des hohen Sanierungsbedarfes von Rottenmann bei laufendem Betrieb Eine mögliche Einsparung in Bau/Sanierung wird in wenigen Jahren durch Mehrkosten im Betrieb aufgesaugt!! |
Deckung Personalbedarf / Ausbildung Ärzte
| Neuer Standort hätte Bedarf von ca. 600 Mitarbeiter Vollzeit-Äquivalent; das bedeutet Einsparung von ca. 25 %. Höhere Fallzahlen schaffen attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze für Ärzte in einer schönen Region zum Wohnen. | Derzeit zusammen 800 Mitarbeiter Vollzeit-Äquivalent für alle 3 Standorte; durch unattraktive Arbeitsplätze Probleme in der Besetzung der Stellen (großer Ärztemangel); Ausbildung für Jungärzte kaum möglich; damit wenig Ärzte wohnhaft in der Region; neue Mitarbeiterzahl noch nicht bekannt. |
Strukturplan Gesundheit / Zukunftsplanung
| Für ca. 80.000 Einwohner im Bezirk Liezen kann nur die Konzentration auf ein Krankenhaus die Vorgaben des Strukturplanes erfüllen und für Patienten und Personal sinnvoll, qualitativ hochwertig und kostengünstig betrieben werden (trotz der flächenmäßigen Größe des Bezirkes) Ein attraktives Krankenhaus in der Region mit Zukunft wird Ärzte dazu bewegen ihren Wohnsitz in den Bezirk zu verlegen! | Kein neues Leitspital; wahrscheinlich Sanierung und kleine Adaptierungen in Rottenmann, Richtwerte zu Bettenzahlen des Strukturplanes nicht eingehalten (durch Aufteilung auf Standorte zu wenig Fallzahlen); Bad Aussee ist kein LKH mehr; Schladming wurde halbiert – wie lange wird diese Lösung Bestand haben; Endausbau ev. ein altes Krankenhaus am Rande des Bezirkes in Rottenmann?? |
Spitalsnetz / Auslagerung in andere Bundesländer
| Der Bezirk Liezen behält Einfluss auf die zukünftige Gesundheitsversorgung. Eine Zusammenarbeit mit Notfallambulanzen, Gesundheitszentren und Notarzthubschrauber sichert die Versorgung | Weitere massive Verschlechterung der Versorgung im Bezirk; anstatt auszubauen wird reduziert und die Bewohner müssen in andere Bundesländer ausweichen. Wir haben keinen Einfluss auf die Entwicklung in den Nachbarbundesländern! |
Empfehlungen / Meinungen
| Nahezu alle Experten – allen voran Prof. Samonigg – sehen in einem zentralen Klinikum Stainach (Plan „A“) die weitaus bessere Lösung für die Patienten im Bezirk. Die Versorgung durch einen zentralen Standort ist für Notfälle und den Spitalsbetrieb für den gesamten Bezirkes von Vorteil! | Interessensgruppen der Spitals-Gemeinden kämpfen um ihre Spitäler OHNE die Sicht auf den ganzen Bezirk. Die Politik nutzt dies zum Generieren von Wählerstimmen. Fachmeinungen werden ignoriert, falsche Behauptungen verhetzen die Bevölkerung; die angedachte Struktur im Plan „B“ bringt entgegen den Behauptungen für keine Region mehr Sicherheit in der Versorgung |
Verein Pro Klinikum / Biss Rottenmann
| Experten und der Verein „Pro Klinikum Stainach“ versuchen sachlich und objektiv zu informieren und zu argumentieren. Ziel ist eine optimale Versorgung des gesamten Bezirkes – medizinisch gut zu vertretbaren Kosten, ausgerichtet auf die Zukunft. Blick immer auf Zukunft und die Gesamtsicht im Bezirk! | Biss Rottenmann hatte von Anfang an das Ziel, den Standort Rottenmann zu erhalten. Die Bevölkerung wurde mit Falschmeldungen und Lügen (z.B. Budget-Kostensituation, Verkehrsanbindung, Kirche Niederhofen, Trinkwasserversorgung …) geschickt beeinflusst. Die Politik hat damit Wählerstimmen eingesammelt. |
Deshalb garantiert nur Plan A mit einem neuen zentralen fertig geplanten Leitspital in Stainach für die Zukunft eine gute Gesundheitsversorgung im Bezirk Liezen!
Gesundheitsversorgung – Spitalslösung im Bezirk Liezen
Was ist dran an den Infos der FPÖ Pressekonferenz vom 17.7. in Liezen?
Die große Freude der FPÖ mit dem vagen Entwurf eines Plan „B“, der erst noch im Detail ausgearbeitet werden muss, ist für uns nicht nachvollziehbar. Entgegen den Aussagen der FPÖ ist noch nichts in trockenen Tüchern – der aktuelle Strukturplan Gesundheit ist nach wie vor gültig und sieht ein zentrales Spital mit dezentraler Notfallversorgung für den Bezirk Liezen vor (Plan A).
Wenn Albert Royer die Gesundheitsversorgung mit einem Fußballspiel vergleicht und zukünftige Landtagsbeschlüsse bereits vorwegnimmt, scheint uns das arrogant und unangemessen. Mit unserer Gesundheit spielt man nicht! Die Details zu Plan „B“ werden gerade erst erarbeitet. Damit sind konkrete Aussagen derzeit noch gar nicht möglich.
Zur Bewertung der Qualität der beiden Pläne müsste man einen Vergleich anstellen. Aber der wird nicht durchgeführt – was sind wohl die Gründe dafür? Alle Informationen für einen Vergleich sind von den diversen Plattformen verschwunden, das Infozentrum in Stainach ist verschlossen. Darf sich die Bevölkerung nur mehr die aufbereitete Meinung von FPÖ und Initiativen aus Rottenmann anhören?
Wir und der weitaus überwiegende Teil der Experten sind überzeugt, dass bei einem Vergleich von Plan „A“ und Plan „B“ deutlich wird, dass der Bezirk mit Plan „A“, also einem zentralen modernen Leitspital das fertig geplant ist und in 3-4 Jahren realisiert werden kann, für die Zukunft wesentlich besser aufgestellt ist.
Was kann ein altes Spital in Rottenmann – auch nach einem jahrelangen Umbau – besser als ein modernes neues Klinikum in Stainach-Pürgg? Wir sehen bei Rottenmann den Standortnachteil, die fehlende Planung des Umbaues, eine schwierige Umbauphase, weniger gut realisierbare Abläufe und eine sehr lange Realisierungszeit. Ob der versprochene Erhalt von zusammengeschrumpften Spitalsstandorten lange halten wird, stellen wir infrage!
Die Notfallversorgung und Nachnutzung (inkl. Chirurgie in Schladming) an den drei derzeitigen Standorten ist auch im Plan A gesichert. Qualifiziertes Personal, das sich mit der Region verbunden fühlt, wird man nur mit einem modernen Spital finden. Weiters spielen die geringeren laufenden Kosten (bei qualitativ besserer Versorgung) schon in wenigen Jahren die Baukosten wieder herein!
Unser Aufruf:
Vergleichen Sie selbst die Pläne und nehmen Sie sich die Zeit, Expertenmeinungen anzuhören (Youtube-Internet). Die Weichen für die Veränderung im Gesundheitssystem der nächsten Jahrzehnte werden jetzt gestellt. Es ist noch nichts entschieden – äußern Sie ihre Meinung deutlich hörbar. Die Politik ist dazu da, die bestmögliche Gesundheitsversorgung umzusetzen, und wir sind überzeugt, dass nach ausführlicher Information nur Plan A dazu geeignet ist.
VP-Bürgermeister sprechen sich für Klinikum Stainach aus
(KLEINEZEITUNG am Dienstag, 29. Juli 2025)
Benedikt Karl berichtet über den offenen Brief der Ortschefs Roland Ranninger (Stainach-Pürgg), Franz Lemmerer (Wörschach), Thomas Klingler (Aigen) und Herbert Gugganig (Irding-Donnersbachtal), in dem der Plan B scharf kritisiert wird. Demnach stehe die Gesundheits-versorgung der ganzen Region auf dem Spiel, denn zukunftsfähige und nachhaltige Strukturen gebe es nur mit dem Klinikum Stainach.
… Das Alternativkonzept offenbare gravierende Schwächen des großartig propagierten „Spitalsverbund“, indem Patienten quer durch den flächenmäßig größten Bezirk Österreichs transportiert werden und sogar in Einrichtungen außerhalb des Bundeslandes verlegt werden müssten.
Reaktion des NEOS-Klubobmannes Niko Swatek: „Der Plan B entpuppt sich als gebrochenes Wahlversprechen, denn er sei ein Placebo, das Stillstand als Fortschritt verkauft!“
Kommentar Verein „Pro Klinikum Stainach“: Einen beklemmenden Beweis dafür lieferte Veronika Höflehner im KLEINEZEITUNG-Bericht vom 26. Juni: …eine werdende Mutter aus Aigen hatte sich in Bad Ischl zur Geburt ihres Kindes angemeldet. „Als dann in der Nacht die Wehen gekommen sind, habe ich in Bad Ischl mein Kommen angekündigt. Dort haben sie dann gesagt, es tut ihnen sehr leid, aber sie sind komplett voll. Ich war fix und fertig“. (Mutter und Kind sind nach diesem Albtraum gottseidank wohlauf – Geburt in Schladming)
Plan B = Peinliche Fehlentscheidung der politischen Verantwortung für die künftigen Gesundheitsversorgung im Bezirk.
Gesundheitsökonom Dr. Ernest Pichlbauer übt Kritik an der steirischen Gesundheits-Landschaft
»Die Politik habe offenbar nur im Sinne, möglichst viele Standorte zu sichern – im Endeffekt für Wählerstimmen.« Einen massiven Rückschritt sieht er deshalb auch in der Diskussion rund um das geplante Leitspital in Stainach.
»Versorgungswirtschaftlich war die Entscheidung das Projekt in Stainach abzublasen, wirklich dämlich. So wie ich grundsätzlich die ganze jetzt wieder losgetretene Diskussion für dämlich halte. Der Standort in Stainach ist von der Erreichbarkeit her ideal, ein Neubau zudem hundert Mal gescheiter als der Ausbau eines bestehenden Gebäudes, weil es längerfristig günstiger kommt. Das Argument, dass die Ärzte nicht ins Ennstal pendeln würden, halte ich für Anekdoten – wie so vieles, was im Vorfeld von solchen großen Umwälzungen erzählt wird.«
(aus MEINBEZIRK/STEIERMARK – 26. Feber 2025 – Angelika Kern)
Primarius Dr. Karl Wohak präferiert fachlich kompetente Ausbildung in zentraler Klinik
Als langjährig im Gesundheitssystem tätiger, nun leitender Arzt, ist der Wandel in den Anforderungen an dieses System unübersehbar. Die vordringliche Aufgabe von Krankenanstalten ist die Akutversorgung sowie stationäre Versorgung unserer PatientInnen und Patienten, wo diese nötig ist. Dazu bedarf es ausreichend Personal in Medizin und Pflege, hohe Kompetenz auf Basis von Ausbildung und Erfahrung und eine technische, auch digitale, Ausstattung auf höchstem Niveau. Dem gegenüber steht der demografische Wandel und die hohen Kosten, die moderne Medizin verursacht. Speziell im Bereich der Ärzteschaft ist klar, dass nahezu ein Drittel der Kolleginnen und Kollegen in den nächsten 5 bis 10 Jahren in Pension gehen. Klar ist auch, dass nicht in gleichem Umfang jüngere nachrücken. Schon aktuell wird der Beruf des Arztes/der Ärztin immer unattraktiver, die Gründe dafür sind viel Bürokratie, mangelnde Ausbildung, fehlende Erfahrung und hohe Arbeitsbelastung, oft bedingt durch Personalmangel. Zudem wird die Bevölkerung immer älter, Krankheitsbilder und deren Therapiemöglichkeiten ändern sich rasch mit dem Effekt, dass Spezialisierung einen immer höheren Stellenwert bekommt.
Die drei Kliniken im Bezirk Liezen leisten hochqualitative Arbeit, diese wird allerdings bei der Ärzteschaft durch eine Generation getragen, die dem System bald den Rücken kehrt. Die geringen Fallzahlen, die niedrige Bettenauslastung und die an manchen Abteilungen eingeschränkten Versorgungsaufträge machen die Kliniken unattraktiv für junge Kolleginnen und Kollegen. Das angebotene Spektrum ist lückenhaft, teilweise können Ausbildungen nur zum Teil absolviert werden und die Vorgaben der Ärztekammer für die Ausbildungsziele sind kaum zu erfüllen. Spezialisierte Kenntnisse, wie sie in Zukunft gefordert sein werden, können teilweise auf Grund geringer Fallzahlen in den Häusern nicht mehr vermittelt werden. Dies bedeutet zwangsläufig, dass die jetzt noch funktionierende Versorgung nachhaltig nicht in dieser Qualität aufrechterhalten werden kann. Diese Meinung wird von allen namhaften Experten seit Jahren gestützt und findet seit fast 20 Jahren in skandinavischen und baltischen Staaten praktische – und funktionierende – Anwendung. Zudem sind diese unsere derzeit praktizierten Systeme nachweislich sehr teuer, Geld, das in moderne, gebündelte Strukturen wesentlich effizienter und für Patienten und Patienten nachhaltiger investiert werden könnte. Am Wichtigsten ist natürlich, Strukturen wie Krankenhäuser nicht alleine zu denken. Das System wird nur in einer engen Verzahnung von Kliniken und niedergelassenem Bereich funktionieren und muss notwendigerweise gemeinsam gedacht werden. Beschwerden und Erkrankungen, so bedrückend sie für die Patienten auch sind, können vielfältig im niedergelassen Bereich (Praktischer Arzt/Ärztin, PVE, Facharztzentren) einfach gelöst werden, Krankenhäusern fällt nur die Aufgabe der Akutversorgung und stationären Betreuung zu, wo diese unumgänglich ist. Dort soll in Hinkunft die Kompetenz und die Versorgungssicherheit gebündelt werden, ein Anspruch, der nur durch Krankenhäuser einer gewissen Mindestgröße für die Zukunft sichergestellt werden kann.